Nach den tragischen Badeunfällen der letzten Zeit, bei denen in Kärnten zwei Menschen ums Leben kamen, richtet sich die Österreichische Wasserrettung (ÖWR), Landesverband Kärnten, mit einem eindringlichen Appell an die Bevölkerung.
🌡️ Gefährliche Temperaturunterschiede werden oft unterschätzt
Die ersten heißen Tage des Jahres locken viele Menschen an Seen, Flüsse und Freibäder. Während die Temperaturen an Land bereits 30 Grad oder mehr erreichen können, liegen die Wassertemperaturen aktuell häufig noch unter 20 Grad.
Dieser starke Temperaturunterschied stellt eine erhebliche Belastung für den Kreislauf dar – selbst für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer.
„Viele Menschen unterschätzen, welche Belastung kaltes Wasser für den Körper darstellt. Springt man aufgeheizt direkt ins Wasser, kann es innerhalb weniger Sekunden zu Kreislaufproblemen oder sogar zu einem Kälteschock kommen“, erklärt Mag. Markus Bräuhaupt, Landesleiter der ÖWR Kärnten.
🚨 Appell der Wasserrettung: Vorsicht und Eigenverantwortung
Die Wasserrettung Kärnten ruft zu umsichtigem Verhalten und erhöhter Aufmerksamkeit auf – gerade zum Saisonstart. Wer einige grundlegende Regeln beachtet, kann Risiken deutlich reduzieren.
Langsam an das Wasser gewöhnen
Nach intensiver Sonneneinstrahlung sollte der Körper nicht abrupt abgekühlt werden. Besser ist es, sich schrittweise ans Wasser zu gewöhnen. Kopfsprünge oder hektisches Hineinspringen sind besonders gefährlich.
In Ufernähe bleiben
Gerade bei kalten Wassertemperaturen empfiehlt es sich, in der Nähe des Ufers oder eines Steges zu bleiben, um im Notfall schnell reagieren zu können.
Schwimmhilfen nutzen
Schwimmbojen und Schwimmhilfen erhöhen die Sicherheit und Sichtbarkeit im Wasser – auch für Erwachsene bei längeren Strecken. Auch wenn diese Hilfsmittel keine 100%-ige Sicherheit gewährleisten bieten sie im Ernstfall eine wichtige Möglichkeit zum Festhalten und Rasten.
„Eine Schwimmboje kann im Notfall entscheidende Minuten verschaffen“, so Bräuhaupt.
Kinder immer beaufsichtigen
Kinder immer beaufsichtigen
Kinder und Nichtschwimmer dürfen niemals unbeaufsichtigt sein – auch nicht im seichten Wasser.
Wichtig: Ertrinken verläuft oft lautlos. Schwimmhilfen ersetzen keine Aufsicht!
Eigene Leistungsfähigkeit richtig einschätzen
Hitze, Kälte und körperliche Belastung wirken gemeinsam auf den Körper. Vermeiden Sie lange Schwimmstrecken, schwimmen Sie diese nicht alleine und überschätzen Sie sich nicht.
Auf Kreislauf und Flüssigkeit achten
Ausreichend trinken, Sonnenschutz verwenden und regelmäßig Schattenpausen einlegen – besonders an heißen Tagen.
Wetter im Blick behalten
Gewitter können plötzlich auftreten. Wind, Wellen und Strömungen werden oft unterschätzt – insbesondere bei Aktivitäten mit SUPs oder kleinen Booten. Von längeren Schwimmdistanzen Abstand nehmen und bei Gefahr gleich das nächste Ufer ansteuern.
Im Notfall schnell und richtig handeln
Bei Badeunfällen sofort den Notruf 130 wählen. Genaue Ortsangaben machen, Hilfe leisten und vorhandene Rettungsmittel nutzen – ohne sich selbst zu gefährden. Rettungsring zureichen etc.

