Erste Hilfe in der ÖWR
Die Österreichische Wasserrettung hat den Auftrag, Menschen vor dem Ertrinken zu schützen und bei Notfällen schnell und professionell zu handeln. Bei Wasserunfällen können Atemstillstand, Unterkühlung oder Bewusstlosigkeit innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich werden.
Daher müssen unsere Einsatzkräfte in der Lage sein, sofort effektive Erste Hilfe zu leisten, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft. Diese Fähigkeit kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden – weshalb Erste Hilfe in der ÖWR einen besonders hohen Stellenwert hat
Welche Ausbildung hat das Personal?
Alle Einsatzkräfte und Einsatzkräfte in Ausbildung erhalten eine umfassende und praxisnahe Ausbildung:
• Regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse zur Auffrischung und Vertiefung.
• Praxisnahe Übungen und Trainings, die sowohl im Wasser als auch an Land stattfinden.
• Spezielle Schulung zur Sauerstoffgabe, insbesondere für Ertrinkungs- und Tauchunfälle.
• Training im Umgang mit medizinischen Geräten, wie Beatmungsbeuteln, AEDs und weiteren Hilfsmitteln der Wiederbelebung.
Diese Ausbildung stellt sicher, dass alle Helfenden im Einsatz strukturiert, sicher und professionell handeln können.
Unsere fünf Module der Ersten-Hilfe-Ausbildung
Modul 1 beschäftigt sich mit den grundlegenden lebensrettenden Maßnahmen. Dazu gehören das Erkennen von Gefahrenbereichen, der BLS-Algorithmus, die stabile Seitenlage sowie der sichere Umgang mit Beatmungsbeutel, Sauerstoff und dem Defibrillator. Auch die Reanimation von Kindern und Säuglingen sowie das Vorgehen bei Atemwegsverlegungen werden hier vermittelt. Dieses Modul ist entscheidend, weil wir in der Wasserrettung sehr häufig mit Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Kreislaufproblemen konfrontiert sind – und in solchen Situationen müssen wir sofort handeln können.
Modul 2 behandelt starke Blutungen, Schock und thermische Notfälle. Diese Themen sind wichtig, weil es bei Unfällen am und im Wasser schnell zu schweren Verletzungen, Kreislaufversagen oder Unterkühlungen kommen kann. Einsatzkräfte müssen wissen, wie sie Blutungen rasch kontrollieren, einen Schock erkennen und Unterkühlungen oder Überhitzungen richtig behandeln, damit der Zustand der Betroffenen sich nicht weiter verschlechtert.
Modul 3 widmet sich den traumatologischen Notfällen und den Besonderheiten bei Verkehrsunfällen. Gerade an Seen, Flüssen oder in Freibädern passieren immer wieder Sturz- und Aufprallverletzungen. Zusätzlich müssen wir vorbereitet sein, wenn ein Einsatz an einem Verkehrsunfall vorbeiführt oder wir als Ersthelfer an eine Unfallstelle kommen. Dieses Modul ist wichtig, um Verletzungen richtig einzuschätzen, Betroffene zu schonen und weitere Schäden zu verhindern.
Modul 4 umfasst internistische und neurologische Notfälle sowie Vergiftungen. Dazu zählen zum Beispiel Herzinfarkte, Atemnot, Schlaganfälle oder allergische Reaktionen – alles Situationen, die auch am Wasser plötzlich auftreten können. Dieses Modul ist notwendig, weil wir oft zuerst am Einsatzort sind und erkennen müssen, welche Akuterkrankung vorliegt, um rasch und richtig reagieren zu können.
Modul 5 beschäftigt sich mit den spezifischen Notfällen in der Wasserrettung wie Ertrinken, Schwimmbad-Blackout, Tauchunfall, DCS und Barotrauma. Zusätzlich geht es um die richtige Dokumentation und um das Erste-Hilfe-Material unserer Ortsstelle. Dieses Modul ist eines der zentralsten in unserer Organisation, weil die hier behandelten Notfälle exakt jene Situationen darstellen, für die die ÖWR existiert. Wer diese Spezialthemen beherrscht, kann im Ernstfall lebensrettende Entscheidungen treffen, bevor professionelle medizinische Hilfe eintrifft.
Wer bildet bei uns aus?
Die Erste-Hilfe-Ausbildung wird von einer Referentin für Erste Hilfe geleitet. Zusätzlich unterstützen weiter geschulte Ausbilderinnen und Ausbilder der ÖWR.
Alle zeichnen sich durch Fachwissen und Einsatzerfahrung aus, wodurch die Ausbildung besonders praxisnah gestaltet ist.
Wie oft wird ausgebildet und trainiert?
Unser Ausbildungssystem ist intensiv und kontinuierlich:
• Mindestens zwei große Erste-Hilfe-Kurse pro Jahr für Einsatzkräfte und Einsatzkräfte in Ausbildung.
• Regelmäßige Übungen und realistische Szenarientrainings im Sommer und Winter.
• Nachbesprechungen und Debriefings nach Einsätzen, um aus Erfahrungen zu lernen und Belastungen zu verarbeiten.
• Gemeinsame Übungen mit anderen Einsatzorganisationen wie dem Roten Kreuz und der Feuerwehr, um Zusammenarbeit und Abläufe im Ernstfall zu optimieren.

